Betriebliche Transformationsprozesse stellen Fach- und Führungskräfte vor enorme neue Herausforderungen: So erschweren (Finanz-)Marktbasierte Strategien die arbeitspolitische und geschlechtergerechte Erneuerung von Unternehmenspolitik und Führungskultur. Entgrenzung und Flexibilisierung von Arbeit führen zu Krisen in der individuellen Reproduktion und zu neuen Ungleichheiten im Geschlechterverhältnis. Betriebliche Partizipation wird zentrales Moment eines integralen, auf Arbeit und Leben gerichteten Gestaltungsanspruches von Fach- und Führungskräften.
Der aktuelle Band der Reihe Arbeitsgesellschaft im Wandel widmet sich der Frage, wie Hochqualifizierte das Spannungsfeld betrieblicher und außerbetrieblicher Herausforderungen bearbeiten und richtet dabei besondere Aufmerksamkeit auf neue Grenzkämpfe im betrieblichen Geschlechterverhältnis. Am Beispiel der Deutschen Bahn AG stellen sich die Autor*innen dieser Problematik: Sie analysieren die Neuausrichtung der Konzernstrategie seit 2008/2009 und beschreiben den Weg der betrieblichen Neustrukturierung zwischen „harten Fakten“ und „weichen Faktoren“.

Hildegard Maria Nickel/ Hasko Hüning/ Michael Frey/ Max Lill
Reproduktion. Partizipation. Sozialbeziehungen.
Fach- und Führungskräfte in der betrieblichen Transformation
2021, 288 Seiten
broschiert, € 29,95, auch als E-Book erhältlich
ISBN 978-3-7799-3056-3

Die Autor*innen:
Hildegard Maria Nickel, ist Professorin a. D. für Soziologie der Arbeit und Geschlechterverhältnisse an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Hasko Hüning, Politikwissenschaftler, Zentralinstitut für sozialwissenschaftliche Forschung an der FU Berlin (ZI 6), Arbeitsbereich DDR-Forschung und –archiv; Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der FU Berlin, Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft, Forschungsstelle Transformation und Interdependenz (TRAIN); seit 1991 in Kooperation auch Forschungsprojekte der Humboldt-Universität zu Berlin, zuletzt als Senior Researcher.
Michael Frey, Dr. phil., ist Diplom-Sozialwissenschaftler und war wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt „Partizipation und Reproduktion. Fach- und Führungskräfte als arbeits- und geschlechterpolitische Akteure der Deutschen Bahn AG“.
Max Lill, schloss sein Studium an der Freien Universität Berlin in den Fächern Sozialkunde und Geografie mit dem 1. Staatsexamen (Lehramt/Studienrat) ab. Seit 2014 arbeitet er regelmäßig in Arbeitszusammenhängen der Rosa-Luxemburg-Stiftung mit und ist als Promotionsstipendiat derzeit Teil des dortigen Studienwerkes.