„Get together“ der Methodensektion

Mit welchen (corona-bedingten) methodischen Herausforderungen waren Sie in Ihrer empirischen Forschung in den letzten beiden Jahren konfrontiert? Welche Lösungswege haben Sie eingeschlagen? Und: Was können Sie aus zwei Jahren empirischer Forschung in Pandemiezeiten für die Zukunft mitnehmen?

Über diese und weitere Fragen würden wir uns gerne mit Ihnen bei einem informellen „Get together“ austauschen, nachdem sich die empirische Forschung seit fast zwei Jahren mit veränderten Rahmenbedingungen konfrontiert sieht: Speziell in Lockdown-Zeiten erwies es sich als schwierig, Feldaufenthalte zu planen und durchzuführen, sei es für Face-to-Face Befragungen, für Feldbeobachtungen oder auch für die Anwendung anderer qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden. Folglich haben viele von uns Feldphasen verschoben, Forschungsdesigns neu konzipiert und an die veränderten Rahmenbedingungen angepasst sowie digitale Lösungen angewandt. Neben den einzelnen forschungstechnischen Lösungen haben viele von uns auch darüber diskutiert, ob es denn auch aus forschungsethischer Sicht vertretbar sei, in Zeiten einer Pandemie Face-to-Face Feldkontakte zu suchen.

Die neuen Sprecher*innen der Sektion für Soziologische Methoden und Forschungsdesigns möchten alle  Methodenforschende und Anwender*innen von qualitativen und quantitativen Forschungsmethoden zur gemeinsamen Diskussion einladen.

Wann? 23. Februar 2022 von 17:00-18:30

Wo? Online via Zoom (Link und Kennwort werden nach Anmeldung zugesandt)

Wir freuen uns auf ein Kennenlernen, Wiedersehen und einen regen Austausch! Bei Interesse schicken Sie eine kurze formlose E-Mail bis zum 20. Februar 2022 an methodensektion.oegs@gmail.com. Anbei finden Sie die Einladung auch als pdf: Link.

 

Methodologien der quantitativen Sozialwissenschaft Wechselverhältnisse von Theorie, Methodologie und Quantifizierung

Workshop an der Technischen Universität Berlin (via Zoom) am 17./18. Februar 2022

Organisation: Andreas Schmitz (Bonn/Gesis, Köln), Clemens Kroneberg (Köln) & Nina Baur (TU Berlin) mit freundlicher Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung

Link zum Programm (pdf)

Prekäre Lage des wissenschaftlichen Nachwuchses – Virtuelles Mediengespräch

Prekäre Lage des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Verantwortungskonflikte zwischen Politik und Universitäten gehen auf Kosten Betroffener und des Wissenschaftsstandortes

Aktuell finden die Leistungsvereinbarungsverhandlungen zwischen Universitäten und Bildungsministerium für die Jahre 2022 und 2025 statt, in denen auch die Novelle des Universitätsgesetzes vom Frühjahr 2021 verhandelt wird. Die Politik hat die Verantwortung an die Universitäten übertragen “entprekarisierende (Karriere)modelle” zu entwickeln. Es besteht hier die Chance Weichenstellungen für eine Verstetigung der Karrieremöglichkeiten von exzellenten Wissenschafter*innen in Forschung und Lehre in Österreich zu schaffen, die aktuell prekären Arbeits- und Lebensbedingungen zu verbessern und damit auch den Wissenschaftsstandort in Österreich zu stärken.
Aus diesem Anlass veranstaltet Diskurs. Das Wissenschaftsnetz am Mittwoch den 15. Dezember 2021 ein virtuelles Mediengespräch, in dem Wissenschafter*innen Einblicke in die aktuelle Situation des befristet beschäftigten wissenschaftlichen Personals an österreichischen Universitäten geben und die UG-Novellierung und ihre Folgen erläutern. Hierzu möchte ich Sie recht herzlich einladen.
Wann: 15. Dezember 2021, 10 Uhr
Wo: online via Zoom
Inputs:
  • Stefanie Widder (Med Uni Wien), “Umfrage des Elise-Richter-Netzwerks: Exzellente Forscherinnen arbeiten unter extrem unsicheren Verhältnissen”
  • Philipp Sperner (IFK) “Die Zukunft des wissenschaftlichen Nachwuchs? Prekäre Arbeitsverhältnisse an österreichischen Universitäten und die UG-Novelle 2021”
  • Stephan Pühringer (JKU Linz), “Wettbewerb in der Wissenschaft: Intendierte und unintendierte Konsequenzen der Wettbewerbsorientierung von und an Universitäten”

Sektionstreffen Jugendsoziologie

Im Rahmen der letzten Generalversammlung der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie wurde die Sektion Jugendsoziologie neugegründet. Prof.in Natalia Wächter (Uni Graz) und Ralph Chan (Uni Wien) laden Sie herzlichst zum ersten offenen Treffen der Sektion ein.

Termin: Di., 21.12. von 17:00-18:30, via Zoom

Falls Sie Interesse haben, schicken Sie bitte eine Email an ralph.chan@univie.ac.at. Sie erhalten anschließend den Zoom Link.

Mit besten Grüßen
Ralph Chan & Natalia Wächter

ONLINE-Tagung: Reformbedarf am Arbeitsmarkt?

Derzeit wird über eine mögliche „Arbeitsmarktreform“ mit Fokus auf das Arbeitslosengeld diskutiert. Die wissenschaftliche Tagung am 2. und 3. Dezember 2021 greift das Thema auf und fragt nach dem Forschungsstand zum Arbeitslosengeld und nach Problemlagen und Reformbedarf am Arbeitsmarkt abseits dieses Themas.

Inhalte sind:

  • Alters- und Langzeitarbeitslosigkeit
  • Prekäre Arbeit
  • Kurzarbeit und Arbeitszeitverkürzung
  • Reformbedarf beim Arbeitslosengeld?

Die Eröffnungsvorträge am Abend des 2. Dezember halten Gerhard Bosch (Universität Duisburg-Essen) und Ian Greer (Cornell University).

Aufgrund des Lockdowns wird die Tagung ONLINE via Livestream stattfinden. Die Teilnahme an der Tagung bzw. an einzelnen Vorträgen und Diskussionsrunden ist ohne Anmeldung möglich.

Programm und Livestream

ÖGS Symposium: #IchbinHanna? Chancen und Herausforderungen des neuen Universitätsgesetzes

Termin: 25. November 2021 (18:30-20:00 Uhr)
Ort: Online Veranstaltung via Zoom
Link zur Veranstaltung: https://univienna.zoom.us/j/93812797806?pwd=Q1B4VlQxKzd6QnpWVnBZc0pEek9XUT09

Wie müssen akademische Karrieren gestaltet sein, um den Beruf in der Wissenschaft attraktiv zu machen und Nachwuchspotentiale zu fördern? Wie können optimale Arbeitsbedingungen gesichert werden? Und was bringt das neue Universitätsgesetz?

Im Rahmen des Symposiums „#IchbinHanna?“ wird die Debatte zur institutionellen Gestaltung akademischer Karrieren in den Blick genommen. Die Österreichische Gesellschaft für Soziologie (ÖGS) lädt zu einer kritischen Reflexion, um die Chancen und Herausforderungen des neuen Universitätsgesetzes mit besonderem Fokus auf die Folgen für Nachwuchs-Wissenschafter:innen zu diskutieren.

Die Österreichische Gesellschaft für Soziologie (ÖGS) freut sich auf einen lebendigen Austausch zwischen Mitgliedern und interessierten Kolleg*innen innerhalb und jenseits der Soziologie.

Podiumsteilnehmer:innen

  • Assoz.-Prof.in Dr.in Mag.a Sabine Haring-Mosbacher, Institut für Soziologie, Universität Graz
  • Dr. in Barbara Hey, Koordinationsstelle für Geschlechterstudien und Gleichstellung, Universität Graz
  • Mag.a Anna Raith, Abteilung für Lehrausbildung und Bildungspolitik, AK Wien
  • Mag. a Christine Perle, Sektion Universitäten und Fachhochschulen, BMBWF

Moderation: Antonia Schirgi, MA MA, Institut für Soziologie, Universität Graz

Veranstaltungshinweis als Poster (pdf)

„Am Puls“-Wissenschaftstalk: Leben am Limit – Kinderarmut und ihre Folgen

Mittwoch, 1. Dezember 2021, 18:30 Uhr
Theater Akzent Wien (Anmeldung erforderlich) oder via Livestream (in diesem Fall keine Anmeldung nötig): www.fwf.ac.at/ampuls
In Österreich sind 1,5 Millionen Menschen armuts- und ausgrenzungsgefährdet, darunter 350.000 Kinder und Jugendliche. Finanzielle Probleme von Eltern wirken sich unmittelbar auf Kinder aus – mit weitreichenden Folgen. Von Armut betroffene Kinder erkranken häufiger, sie haben schlechtere Bildungschancen und eine geringere Lebenserwartung. Wie lässt sich Armut im Allgemeinen, die Kinderarmut im Speziellen wirksam bekämpfen? Wer trägt die Verantwortung dafür, dass Kinder in Armut unterstützt werden? Welche Erkenntnisse lassen sich aus der Armutsforschung ableiten? Wie sehr hat Corona die Lebenssituation betroffener Familien weiter verschärft?
Beim „Am Puls“-Wissenschaftstalk erörtern Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich, und der Armutsforscher Gottfried Schweiger unter der Moderation von Radio-Wien-Programmchefin Jasmin Dolati ein Gesellschaftsproblem, das sich oft über viele Generationen fortsetzt.
Teilnahme vor Ort: Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich: www.fwf.ac.at/ampuls.  Bitte beachten Sie die aktuellen Corona-Sicherheitsmaßnahmen.
Livestream & Fragen: Die Veranstaltung wird via Livestream unter www.fwf.ac.at/ampuls übertragen. Keine Anmeldung erforderlich. Seien Sie dabei und schicken Ihre Fragen an Maria Katharina Moser und Gottfried Schweiger vorab per E-Mail an ampuls@fwf.ac.at oder während der Veranstaltung via Chat im Livestream.

Soziologiekongress 2021

Veranstalter: Österreichische Gesellschaft für Soziologie (ÖGS) und Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Zeit: 23. bis 25. August 2021
Ort: Digital
Zur Kongresswebsite geht es hier.

 

„Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will!“ So lautete die Ermutigung an die Arbeiterklasse als revolutionäres Subjekt im 19. und 20. Jahrhundert, um radikalen gesellschaftlichen Wandel herbeizuführen. Im 21. Jahrhundert ist es ein unbekannter Virus, der eine globale Pandemie auslöst, und wie auf unwiderstehlichen Befehl hin stehen alle Räder still. „Shutdown“ wird eine grundstürzend neue Erfahrung für alle gegenwärtigen Gesellschaften. Es scheint die Chance für eine „Große Transformation“ zu sein, die allenthalben von verschiedenen Seiten gefordert wird. Klimawandel, Umweltzerstörung, Ressourcenraubbau – alles das, was mit modernen Extraktionstechniken assoziiert wird, steht plötzlich zur Disposition. Auch die Globalisierung als Treiber für die Dynamik des gegenwärtigen Kapitalismus wird unversehens in Frage gestellt, obgleich sie in der Vergangenheit trotz aller bitterer Kosten zweifelsohne zum Abbau von globaler sozialer Ungleichheit beigetragen und 300 Millionen Menschen vor allem in China in die Mittelschicht katapultiert hat.

Post-Corona-Gesellschaft – der Titel dieses Soziologiekongresses könnte die Vermutung nahelegen, dass Corona ein Problem der Vergangenheit ist und wir längst auf dem Weg in eine Phase der Normalisierung eingetreten sind. Dies ist ganz offensichtlich nicht der Fall. Corona fordert die Gesellschaft heraus, nach wie vor und auf vielen Ebenen – auch wenn der große Schockmoment, in dem die Welt den Atem anhielt, erst einmal überstanden zu sein scheint. Die Soziologie diskutiert auf virtuellen Tagungen und in Videokonferenzen, wie es weiter gehen kann und welche Lehren aus der anhaltenden Krise zu ziehen sein werden. Wie wird die Post-Corona-Gesellschaft aussehen? Wie geht die Gesellschaft aus einer Situation hervor, in der Wirtschaft, Arbeitswelt und öffentliches Leben einheitlich dem Imperativ der Nicht-Überlastung des Gesundheitssystems unterworfen waren? Vermag diese globale Krisenerfahrung die Weichen umzustellen für eine neue Gesellschaft, die die alten Imperative von Fortschritt, Wachstum, Beschleunigung hinterfragt? Wird sich überhaupt so etwas wie ein Epochenbruch ausmachen lassen oder beschreibt die Post-Corona-Gesellschaft eher eine Phase, in der das Coronavirus allmählich zu einem ganz normalen Gesellschaftsakteur wird (so wie Prionen oder Neutrinos)? Und welche neuen Trends und Tendenzen lassen sich beobachten?

Eines steht für die Soziologie außer Zweifel: Jede Krise prüft den Zustand der Gesellschaft. Getestet werden die Stabilität der Ordnung, das Funktionieren der Institutionen, die Resilienz von Gewohnheiten und Traditionen und natürlich die Lernfähigkeit der Gesellschaft im Umgang mit den Folgen. Für die Soziologie ist die Coronakrise daher ein interessanter Belastungstest für manche ihrer Konzepte und Theorieannahmen: Aus arbeitssoziologischer Perspektive mögen Erfahrungen mit dem Homeoffice die Debatte um die Entgrenzung von Arbeit bereichern. Aus familiensoziologischer Perspektive stellt sich die Frage, inwiefern die (ungleiche) Verteilung von Sorgelasten einen Rückfall in überkommen geglaubte Geschlechterrollen bedeutet. Die Techniksoziologie wird danach fragen, ob Digitalisierung und Künstliche Intelligenz nun noch rascher und flächendeckender durchgesetzt werden als zuvor und welche Folgen Formate digitaler Kommunikation in allen Lebensbereichen haben. Die Politische Soziologie wird sich dafür interessieren, ob extreme Krisen wie die Coronakrise einen bestimmten Typus politischer Herrschaft befördern und welcher Typus von politischer Regierung mit seinem Governance-Stil besser und wirkungsvoller agiert als andere. Aus konfliktsoziologischer Perspektive mag insbesondere interessieren, wie sich jene eigenartig breite Protestbewegung einordnen lässt, die sich im Kontext der Demonstrationen gegen die restriktiven politischen Maßnahmen entwickelt hat und im Feuilleton unter „Pandemie-Pegida“ firmiert. Aus wissenssoziologischer Perspektive irritiert der Boom von Verschwörungstheorien und „Fake News“ – ausgerechnet in einer Krise, die die Bedeutung wissenschaftlicher Expertise unterstrich. Die Umweltsoziologie sorgt sich darum, ob der Ausgang aus der Krise in der unverwandten Rückkehr zur „Normalität“ des globalen Turbokapitalismus besteht, um die materiellen Einbußen so rasch wie möglich aufzuholen, aber eben um den Preis, dass sich der ökologische Verfall unserer Welt noch im 21. Jahrhundert erfüllen wird. Und natürlich die Wirtschaft: Stärkt die Hoffnung auf den Post-Corona-Boom die Legitimationsgrundlage sozialer Marktwirtschaften oder ergibt sich die bereits erwähnte Chance auf eine Große Transformation?

Nicht zuletzt fordert die Coronakrise auch die Gesellschaftstheorie heraus: Welche Folgen hat es für eine funktional differenzierte Gesellschaft, wenn diese extrem dynamische und heterogene Ordnung durch politische Maßgabe auf einen zentralen Leitwert, nämlich den Lebensschutz, programmiert wird? Wie haben die verschiedenen Gesellschaften dieser Welt auf die Pandemie reagiert? Welche Lernprozesse waren zu beobachten? Welche Weichenstellungen wurden vorgenommen und warum? Welche Rückwirkungen wird die Pandemie-Erfahrung für unsere Lebensführung haben? Wie steht es um die Zukunft der Mobilität im Flug-, Bahn- und Autobereich? Bedarf die Moderne mit ihrer sich stets und ständig selbst überbietenden Steigerungslogik des „Schicksals“, etwa in Gestalt eines Virus, um von dem unwiderstehlichen Pfad der permanenten Selbstüberbietung vor dem Horizont der Selbstauslöschung abgebracht werden zu können? Spielt der Virus „Gott“ und kann uns neue Gebote überbringen, die einen nachhaltigen Transformationspfad einzuschlagen erlaubt?

Der Soziologiekongress in Wien wird sich um diesen Fragenkreis drehen. Wie ist es möglich, dass ein aggressiver, grippeartiger Virus schafft, was auf dieser Welt bislang nicht gelingen sollte: Innehalten, Nachdenken und Basisroutinen in Frage stellen? Diesen produktiven Impuls des Coronavirus will der Kongress in Wien aufnehmen und vertiefen. In einer Reihe von Plenarveranstaltungen, Ad-hoc-Gruppen und Sektionsveranstaltungen soll der rationale soziologische Gehalt der gesellschaftsdiagnostisch orientierten These einer Post-Corona-Gesellschaft zur Diskussion gestellt werden.

AnsprechpartnerIn:
Dr. Sonja Schnitzler (DGS), sonja.schnitzler(at)kwi-nrw.de
Philipp Molitor, BA (ÖGS), office(at)oegs.ac.at
Themenpapier Soziologiekongress 2021 in Wien